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Yukiko und das Produktionswunder
Maximilian war schon seit Jahren in dieser grossen Münchner Firma angestellt. Er arbeitete hart, war morgends der erste, der kam und abends der letzte, der ging. Auf diese Weise hatte er sich im Laufe der Jahre bis zum Abteilungsleiter heraufgearbeitet. An seinem Geburtstag jedoch liess er es sich nicht nehmen, wie alle anderen auch, bereits Mittags die Firma zu verlassen, um mit seiner Familie den Geburtstag zu feiern. So geschah es dann auch im letzten Jahr. Maximilian feierte am Vormittag mit der Belegschaft, danach ging es nach Hause. Doch dieses Jahr lief es etwas anders, als sonst. Zu Hause auf dem Gabentisch fand er ein kleines Päckchen einer guten Freundin vor. Als er es auspackte, kam ein kleiner, violetter Teddybär zum Vorschein. Maximilian war zwar “a gschdans Mannsbuid” wie man in München zu sagen pflegt, aber dennoch hatte es ihm dieser kleine Teddy vom ersten Augenblick her angetan. Vielleicht war das der Grund, warum er den kleinen Yukiko auch mit in die Firma nahm und auf seinen Schreibtisch setzte. Am Anfang machte sich zwar der eine oder andere noch etwas lustig über den Teddybären auf dem Schreibtisch, aber so nach und nach hatte Yukiko auch das letzte Herz erobert.
Es kam der Tag, an dem nun Hubert Geburtstag hatte, jener Mitarbeiter in Maximilians Abteilung, der einstmals ebenfalls für den Posten des Abteilungsleiters vorgeschlagen wurde. Seit dem jedoch Maximilian den Posten bekam, standen Neid und Missgunst zwischen den beiden und trübten das gesamte Arbeitsklima. “Vielleicht könnte ein Teddybär den Frieden wieder herstellen”, dachte sich Maximilian und schenkte seinem Rivalen zu dessen Geburtstag nun auch einen Teddybären, den er auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung erstanden hatte. Da man sich in der Abteilung inzwischen an das Bild eines Teddybären auf dem Schreibtisch gewöhnt hatte, kam statt des einstigen Spottes ein “ach wie süss” und “der ist ja goldig”. Der Teddy hatte es geschafft und das Eis war gebrochen. “Ich danke dir”, sagte Hubert und setzte noch ein “Freunde?” hinterher. “Freunde!”, antwortete Maximilian mit einem zufriedenen Lächeln. Das war der Beginn des “Teddyfiebers” in der Abteilung und nach und nach hatte ein jeder Mitarbeiter seinen Teddy auf dem Schreibtisch sitzen.
Drei Monate später kam der Chef in die Abteilung, “Meine Damen und Herren ich wollte ihnen...”, dann stockte er in seiner Ansprache, als er die unzähligen Teddybären sah. “Was ist denn hier los?”, fragte er in einem merkbar ärgerlicherem Tonfall, “sind wir hier in der Spielwarenabteilung eines Kaufhauses, oder was?” “Das sind unsere Maskottchen”, antwortete Maximilan. “Ja, und sie sorgen für mehr Gelassenheit und damit für ein besseres Arbeitsklima”, ergänzte Hubert, “Aber sie sind sicher nicht gekommen, um unsere Teddybären zu bewundern, oder?” Der Chef war sichtlich irritiert, “Nein, eigentlich wollte ich der Abteilung zu ihrer Produktivität gratulieren. In den letzten drei Monaten hat diese in ihrer Abteilung stetig zugenommen.” Maximilian grinste übers ganze Gesicht bei diesen Worten, “Sehen sie Chef, und genau seit drei Monaten haben wir diese Teddybären!” Stumm verliess der Chef die Abteilung und kehrte in sein Büro zurück. Die Sache mit der Produktivität und der Teddybären ging ihm nicht aus dem Kopf. Sollte da wirklich ein Zusammenhang bestehen? Kurzentschlossen verliess er die Firma und kaufte im nahegelegenen Spielwaregeschäft sämtliche Teddybären auf, die er bekommen konnte und setzte sie all seinen Mitarbeitern auf den Schreibtisch.
Die Wochen vergingen aber von Maximilians Abteilung
abgesehen, war nirgendwo eine Produktivitätssteigerung
zu verzeichnen.
Eines Tages, als nach Feierabend alle Mitarbeiter die Firma verlassen hatten, ging er erneut in Maximilians Abteilung und setzte sich an dessen Schreibtisch und starrte auf Yukiko. “Ich versteh das nicht, ich habe allen Mitarbeitern einen Teddy gekauft, aber nur hier steigt die Produktivität. Hat das am Ende gar nichts mit den Teddys zu tun?”
Wie der Chef, mit Yukikos Hilfe, doch noch die Produktivität der gesamten Firma steigern konnte, ist im Buch “Geschichten aus dem Teddydorf” nachzulesen.
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