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Bevor es mit der Geschichte los geht, eine Anmerkung vom Autor:
Ich höre oft ( und sage es auch selber (zu) oft ) :" In der heutigen Zeit Kinder in die Welt zu setzen, ist unverantwortlich." Wohl wahr. Aber: gäbe es keine Kinder, wer soll dann, wenn wir aus dem Arbeitsleben ausscheiden, die Produkte produzieren, die wir zum täglichen Leben brauchen? Wir brauchen die Kinder; ob wir wollen, oder nicht. Kinder in diese ungewisse Zukunft zu schicken, ist schon "Kindesmisshandlung" genug. Das es zusätzlich noch solche Bilder gibt:

das ist durch nichts weder zu entschuldigen, geschweige denn zu rechtfertigen! Ich habe mit Kindern nicht viel am Hut, auch wenn ich Kindergeschichten schreibe, aber auch das rechtfertigt nicht, dass es soetwas gibt und es ist meine und unser aller Pflicht, dem Einhalt zu gebieten!
Es steht natürlich jedem frei, an dieser Stelle sofort weiter zu klicken, nur wer das tut, sorry, aber der ist auch nicht besser, als diejenigen, die oben gezeigte Bilder zu verantworten haben.
Nun möchte ich aber zu der eigentlichen Geschichte kommen. Nur eines noch: Hört bitte auf Viktor und tragt euern Teil dazu bei. Wie, das gebe ich am Ende der Geschichte noch an.
Wake up
Gut gelaunt und fröhlich pfeifend kam Chiyoko durch das Tor des Teddydorfes. „Na? So gut gelaunt“, begrüsste ihn Yoshiki, der ihn als erster entdeckt hatte, „das ist schön, denn bei uns ist ja, dank meiner Wenigkeit, schlechte Laune verboten. – Und? Bleibst du länger?“ Chiyoko schüttelte verneinend mit dem Kopf, „Nur zwei Wochen. Meine Menschen sind in den Urlaub geflogen und so habe ich beschlossen, in dieser Zeit auch ein wenig Urlaub, hier bei uns im Dorf, zu machen.“
Das war nicht aussergewöhnlich, denn viele Teddies nutzten diese Zeiten, um sich selber auch ein wenig Urlaub im Teddydorf zu gönnen. Aber nicht nur für die Urlauber war dies eine willkommene Abwechslung, auch für die Teddies im Dorf war dies stets ein Grund, ein Fest zu feiern, hatten doch die Urlauber-Teddies in der Regel viel zu berichten.
So war es auch dieses Mal. Die Nachricht, dass wieder ein Urlaubsgast im Dorf war hatte sich in wenigen Minuten herumgesprochen und die Teddies versammelten sich am Abend auf dem Dorfplatz, um das Fest zu feiern und den Geschichten von Chiyoko zu lauschen.
„Ich habe es wirklich toll angetroffen“, begann Chiyoko seine Geschichte, „es gibt immer was zu erleben. Es ist immer irgendwas los, einmal habe ich sogar ein krankes Mädchen geheilt.“ „Das ist ja toll“, unterbrach ihn der Dorfälteste, „das musst du uns näher erzählen“. „Ja! Genau! Erzähl!“, stimmten die anderen Teddies ein und Chiyoko baute sich stolz vor ihnen auf und begann zu erzählen. „Magdalena war seit frühester Kindheit an ständig krank. Sie kannte es nicht anders, als mehrmals die Woche den Arzt zu besuchen. Die Ärzte sind reihenweise an ihr schier verzweifelt, denn im Grunde genommen war es wirklich nichts dickes, aber kein Arzt bekam es in den Griff.
Eines Tages lernte ich Magdalena kennen und erfuhr von ihrer Krankenge-schichte. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum sie nicht geheilt werden konnte. „Ist eben so“, sagte sie mir, „ich bin schon immer krank gewesen und werde es auch weiterhin sein. Das ist eben mein Schicksal“. Da wusste ich, warum sie nicht gesund wurde! Es war ihre negative Einstellung! „Du bist also glücklich darüber, dass du chronisch krank bist?“, habe ich sie gefragt und sie hat mir natürlich, wie nicht anders zu erwarten war, geantwortet, dass das Blödsinn sei und sie natürlich viel lieber gesund wäre, es die Ärzte aber eben nicht schaffen würden. „Wenn du im Grunde deines Herzens gerne gesund wärst“, habe ich ihr dann eindringlich gesagt, „dann folge deinem Herzen und du wirst gesund werden. Du kannst nur dann gesund werden, wenn du es wirklich willst und auch daran glaubst. Die Ärzte können dich nur unterstützen, die Hauptarbeit, nämlich der eiserne Wille, der liegt bei dir“. Sie wollte es mir ja zunächst nicht glauben und hat mich gefragt, warum ihr das die Ärzte nicht gesagt hätten. „Deine Ärzte haben eben keinen Teddybären und jeder Arzt ist eben nur so gut wie sein Teddy“, war meine Antwort. Sie hat es dann auch versucht und es wurde tatsächlich besser. Dann hatte sie den Beweis und hat wirklich fest an ihre Genesung geglaubt und nun ist sie wieder kerngesund!“
Chiyoko’s Geschichte wurde von den Teddies mit tosendem Beifall belohnt. „Seit es uns Teddies gibt“, schloss Chiyoko an seine Geschichte an, „geht es den Menschen wirklich gut. Sie haben den besten Freund in uns und, wie ja unsere Geschichten aus dem Teddydorf belegen, wir haben für all ihre Sorgen und Probleme die Lösung parat. Dank uns Teddybären gibt es nur noch glückliche Menschen!“ Die Teddies wollten für diese Propagandarede gerade wieder heftigen Beifall spenden, als sie die Mitglieder des Ältestenrates bemerkten, die traurig verschämt die Köpfe senkten. „Etwa nicht?“ fragte Chiyoko mit unsicherer, leiser Stimme. Der Dorfälteste schüttelte nur zaghaft und schweigend den Kopf. „Leider nicht“, sagte ein anderes Mitglied aus dem Ältestenrat, „es gibt leider sehr viele Kinder, denen es nicht gut geht. Sehr, sehr viele.“ Er musste eine kurze Pause einlegen, um sich zu sammeln, dann fuhr er fort, „es gibt unzählige Kinder, die misshandelt werden, die zur Prostitution gezwungen werden, die unter Drogen gesetzt und für pornografische Zwecke missbraucht werden, um nur einige Beispiele zu nennen.“ Chiyoko war fassungslos. Das hatte er nicht gewusst, dass es soetwas gab, „das wisst ihr und tut nichts dagegen? Diesen Kindern muss man doch sofort einen Teddybären schicken, der ihnen hilft!“ Abermals schüttelte der Dorfälteste mit dem Kopf, „Nein, Chiyoko, so einfach ist das leider nicht. Da spielen neben Gewalt auch noch Geld und organisiertes Verbrechen mit. Da sind selbst wir Teddybären machtlos. Uns sind da die Pfoten gebunden.“
Chiyoko sah den Dorfältesten wie vor den Kopf geschlagen an, „Wir sollen also die Augen verschliessen und nichts tun? Wir sind Teddybären, das verstösst gegen unsere Religion!“ Die gesamte Teddydorfbevölkerung stimmte Chiyoko zu und man sah es den Mitgliedern des Ältestenrates an, dass sie sich in ihrem Teddyfell gar nicht wohl fühlten. „Was aber sollten wir denn tun? Dieses Problem ist definitiv zu gross für uns. So sehr wir auch helfen möchten; wir können nicht!“
Das war das Stichwort! „Moment mal“, grummelte der Dorfälteste, „Was hat Viktor in dem zweiten Teddybuch gesagt? „Für grosse Probleme, da braucht man grosse Teddybären“. Na, wenn das kein grosses Problem ist. Wenn er damals so grosse Töne gespuckt hat, dann soll er doch jetzt mal beweisen, was dahinter steckt!“
Den Mitgliedern des Ältestenrates fiel ein Stein vom Herzen. Das Problem war zwar nicht gelöst, aber wenigstens die Verantwortung konnten sie jetzt prima auf die Riesenbären von Big-Bear-City abwälzen und so schickten sie auch gleich ein Bärchen los, das den Viktor, der den Vorsitz des Ältestenrates in dem grossen Bärendorf inne hatte, holen sollte.
„Ich muss den Ältestenratskollegen zustimmen“, antwortete Viktor nachdenklich, nachdem ihm die kleinen Teddies von dem Problem berichtet hatten, „das Problem übersteigt die Möglichkeiten von uns Teddybären. Ein Einschreiten wäre glatter Selbstmord, ohne dass irgendwem geholfen wäre. Gleichermassen muss ich aber auch Chiyoko zustimmen, denn wir dürfen als Teddies die Augen nicht verschliessen. Wer bei einem Verbrechen zusieht, ohne aktiv zu werden, der ist nicht besser als der Täter. Man kann aber eben nur im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv werden und diese Möglichkeiten sind auf unserer Seite so begrenzt wie die auf der Menschenseite. Wir müssen diese Möglichkeiten kombinieren. Die Menschen haben bereits Organisationen gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Problematik zu bekämpfen. Eine davon ist „Wake up“. Für ihr neuestes Projekt fehlen ihnen aber die finanziellen Mittel. Bei diesem Projekt geht es um einen Film, der vor Augen führen soll, dass Gewalt und Kriminalität eine endlose Spirale ist, die es zu durchbrechen gilt. Den Menschen soll damit vor Augen gehalten werden, dass sie nicht einfach wegsehen dürfen, denn wegsehen bedeutet dulden. Was uns Chiyoko hier vor Augen gebracht hat, soll dieser Film bei den Menschen bewirken. Wir alle, Teddies und Menschen, müssen aufwachen, damit dieser Teufelskreis durchbrochen werden kann.
Was haltet ihr davon, wenn wir eine Delegation von Teddies abkommandieren, dass sie von unseren Bärchenmacherinnen über E-Bay versteigert werden? Der Erlös könnte mit dazu beitragen, dass der Kindesmisshandlung Einhalt geboten wird.“
Die Teddies tobten vor Begeisterung und der Dorfälteste erhob zufrieden nickend sein Wilderdbeersaftglas und prostete Viktor zu. „Das, meine lieben Teddies, ist der Grund, warum wir die grossen Riesenteddies brauchen! - Also, ihr habt es gehört. Dann mal Freiwillige vor!“
Dem dorfältesten Teddy war klar, dass so der eine oder andere Teddy sich freiwillig melden würde und auf diese Weise müsste er nicht mehr so viele Teddies zwangsabkommandieren. Was er jedoch nicht zu hoffen gewagt hatte, das war die Vielzahl an freiwilligen Teddies, die auf seinen Aufruf hin nach vorne traten. Dem Dorfältesten standen die Tränen der Rührung im Gesicht und er brachte keinen Ton mehr heraus.
Viktor erkannte dies sofort und ergriff deshalb an dieser Stelle das Wort. "Ich freue mich, dass ihr euren Teil so vorbildlich tut und ich muss sagen: Ich bin stolz auf euch! Hoffen wir also nun gemeinsam, dass auch die Menschen in ähnlich vorbildlicher Weise ihren Teil dazu beitragen."
Was können wir tun? Nun, zunächst einmal nicht wegsehen geschweige denn Kindesmisshandlung noch zu unterstützen. Viele Produkte, die wir kaufen, wurden durch Kinderarbeit gefertigt. Sicher, sie ist billiger, aber wenn ich mir die Produkte, die von Erwachsenen gefertigt wurden, nicht leisten kann, dann, bitte!!!!!!, auf dieses Produkt ganz verzichten.
Der zweite Punkt, auf den die Teddybären bereits hingewiesen haben, ist hier realisierbar: http://www.my-little-miracles.com/wakeupspendenaktion.html
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