Discofieber im Teddydorf

Wieder einmal stand ein Teddy eines neuen Clans vor dem Tor des Teddydorfes und bat um Aufnahme. Der am Tor wachhabende Teddy begleitete den „Neuen“ wie üblich zum Ältestenrat, damit der über Aufnahme oder Ablehnung entscheiden solle.
„Na dann erzähl mal“, forderte ihn der Dorfälteste auf, „wir sind ja inzwischen Teddys aus uns fremden Clans gegenüber recht aufgeschlossen. Also, verrat uns zunächst einmal deinen Namen und dann erzählst du uns deine Geschichte“. Der „Neue“ sah den dorfältesten Teddy fragend an, „Mein Name ist Henry, aber eine Geschichte habe ich keine“. Der Dorfälteste schüttelte mit dem Kopf, „Ne, ne, ne, Henry, so geht das nicht. Du bist zwar, zugegebenen, ein Teddy, der das gewisse Etwas hat, aber wer hier aufgenommen werden will, der muss uns zunächst seine Geschichte erzählen. So läuft das nun mal bei uns. Keine Geschichte, keine Aufnahme!“ Henry sah den dorfältesten Teddy traurig an, „Ich bin zwar ein etwas älterer Bär, aber da ich im Herzen ein Jungbär bin, hab ich auch noch keine Geschichte. Es muss doch auch mal ohne gehen, oder?“ Doch er erhielt nur eine kopfschüttelnde Ablehnung. „Vor der Aufnahme eine Geschichte; das ist bei uns Tradition. Schau her, das hier sind alles Geschichten, von den letzten Neuzugängen...“, der Dorfälteste wandte sich dem Schreibtisch zu und wollte gerade auf den Stapel Papier zeigen, als er bemerkte, dass der Schreibtisch leer war.
„J-A-C-O-B?!?“, fragte er scharf, als er zu Jacob hinüberblickte, der in der Ecke sass und gerade an einer Raubritterburg aus Pappmachee arbeitete, „du hast nicht zufällig den Stapel Teddygeschichten gesehen, der hier auf dem Schreibtisch lag?“ „Ups!“, machte Jacob schuldbewusst und hielt sich dabei die Pfote vor die Teddyschnauze, „ich dachte, das wäre Altpapier, ich hab nämlich noch etwas Pappmaschee für meine Burg gebraucht... Aber der Geschichten-Erzähl-Bär Embry hat doch sicher noch Kopien davon, oder?“
In diesem Moment, kam gerade ein anderes Mitglied des Ältestenrates in das Büro und hielt jammernd die rechte Pfote hoch, die in einer Mausefalle steckte. „Ich wollte nur unseren Briefkasten ausleeren und seht doch nur!“
Der Dorfälteste musste an sich halten, um nicht aus der Teddyhaut zu fahren. Sicher, Embry hatte sicher bestimmt Kopien von den ganzen Geschichten, aber die ständigen Streiche von Jacob und den Jungbären, das war auf Dauer einfach zu viel für ihn. „Und genau das sind weitere, gute Gründe, warum ich auf neue, jung gebliebene Primbären und Jungbären, absolut keinen Bock habe!“, zischte er und man sah es ihm förmlich an, dass er sich mit aller Gewalt zusammen nehmen musste, damit er keinen Schreikrampf bekam.
Aber nicht nur der Dorfälteste musste sich zusammen nehmen, auch Henry musste sich auf die Zunge beissen, dass er jetzt nicht lauthals lachen würde. „Ich denke“, meinte Henry schliesslich, als er sich und seinen Drang zu lachen unter Kontrolle wusste, „dass eure Teddys einfach nicht ausgelastet sind. Die müssten sich einfach mal richtig austoben können!“ Der Dorfälteste kam gewichtig ein Stückchen näher an Henry heran und wenn er als Teddy vor Wut rot anlaufen könnte so hätte er es genau in diesem Moment auch getan, „Meinst du etwa, wir wären dämlich? So schlau sind wir auch, wir haben sogar ein Hallenbad, aber da kommen die Teddys erholter raus, als sie rein gehen und Wilderdbeerernte ist eben nur einmal im Jahr. Und komm mir jetzt nicht mit Sport, damit haben es unsere Teddys nämlich so gar nicht; die fahren ja seit neuestem schon jeden Meter mit dem Auto, weil sie zu faul zum Laufen sind! Aber gut, Mister Superschlau, ich schlag dir einen Deal vor: Du bekommst das Problem mit der Rasselbande in den Griff und ich mache eine grosszügige Ausnahme!“ Dann liess er Henry einfach im Raum stehen und verliess ärgerlich das Büro. Jetzt konnte Henry nicht mehr an sich halten und fing prustend an zu lachen. „Betrachtet mich einfach schon mal als aufgenommen“, lachte er den noch verbliebenen Teddys im Büro zu, „ich sehe mich jetzt ein wenig im Dorf um und werde eine Lösung ausarbeiten“. „Wenn du wieder kommst, bring mir etwas Pappmaschee für meine Burg mit“, rief ihm Jacob nach, der gerade damit beschäftigt war ein Stückchen Stoff aus der Gardine für die Burgfahne heraus zu schneiden.
Welche Lösung Henry ausarbeitet um doch noch im Dorf aufgenommen zu werden, ist in dem Buch "Neues aus dem Teddydorf" nachzulesen. Das Buch ist ab sofort bei diversen Teddymacherinnen erhältlich. Eine Liste der Teddymacherinnen, die das Buch vertreiben befindetsich in der Rubrik "Buch kaufen".