Der Gute-Laune-Bär

Es regnete schon seit Wochen wie aus Eimern und die Bewohner des Teddydorfes hatte sich allesamt in ihre Hütten und Häuser zurückgezogen und beteten, das der Regen doch bald aufhören möge. Unter normalen Umständen bereitete es den Teddybären ja ein riesiges Vergnügen, durch Regenpfützen zu springen, aber der anhaltende Dauerregen drohte nun, die am tiefsten gelegenen Häuser zu überfluten. Ganz besonders gefährdet war das Teddy-Gemeinschaftshaus, welches am tiefsten gelegen war. Nun wäre dies nicht so schlimm, da es inzwischen viel zu klein geworden war und im Sommer der Neubau eines grösseren Hauses geplant war, aber da es eben noch an Geld für den Bau fehlte und musste das alte Haus noch ein wenig halten.
Yoshiki fand den Regen trotzdem nach wie vor toll und hüpfte fröhlich durch die immer tiefer werdenden Pfützen. “Du könntest ruhig etwas mehr Gemeinschaftssinn zeigen”, flaumte ihn der Dorfälteste an, als dieser, auf dem Weg zum Teddy-Gemeinschaftshaus, mit dem Regenschirm in der Hand den fröhlich hopsenden Yoshiki traf. Yoshiki sah ihn fragend an, “wie kommst du auf die Idee, das ich keinen Gemeinschaftssinn hätte?” Ärgerlich baute sich der Dorfälteste vor Yoshiki auf, “wir alle sind in grosser Sorge, wegen des Dauerregens und du hüpst hier fröhlich herum!” Yoshiki verstand kein Wort, “Meinst du denn, wenn ich Trübsal blasen würde, dann würde es mit dem Regen besser werden?” Dem Dorfältesten stieg so langsam die Zornesröte ins Gesicht und es kostete ihn viel Überwindung ruhig zu bleiben, ruhig, wie es sich nun einmal für einen Teddybären gehört. “Nein, natürlich nicht, aber wenn sich alle fürchten dann gehört es sich nicht hier fröhlich herum zu springen. Schliesslich hilft deine Fröhlichkeit auch nicht, im Gegenteil, sie verletzt die anderen!” Yoshiki überlegte kurz, dann sagte er “so, meinst du? Das kommt ja wohl auf einen Versuch an. Wie wäre es mit einer kleinen Wette? Wenn ich beweisen kann, dass mit guter Laune das Dorf zu retten ist, dann darf, per Teddy-Gesetz, ein Jahr lang niemand mehr Trübsal blasen.” Was gab es in der angespannten Situation schon zu verlieren? Nach kurzem zögern beschloss der Dorfälteste dann auf die Wette einzugehen, “in Ordnung, aber wenn du die Wette verlierst, dann leistest du ein Jahr lang gemeinnützige Arbeit!” Yoshiki streckte ihn die Pfote entgegen, “die Wette gilt, Pfote drauf!” Der Dorfälteste schlug ein und war nun mächtig neugierig, wie Yoshiki wohl das Dorf mit guter Laune retten wollte. Man kann ja vieles mit guter Laune bewegen, aber das Wetter damit ändern? Das konnte nicht funktionieren! Nun, zumindest hatte er sich somit einen kostenlosen Helfer für ein Jahr gesichert.

Ob man doch mit guter Laune das Dorf retten kann? Wird künftig schlechte Laune im Teddydorf verboten, oder muss Yoshiki demnächst gemeinnützige Arbeit verrichten? Im Buch “Geschichten aus dem Teddydorf” finden sie die Antwort.